Es könnte so nett sein, wären da nicht andere

Da ist er nun also, unser alljährlicher familiärer Geburtstagsmarathon der von Ende November bis Mitte Februar fast jeden Tag einen Geburtstag bereit hält. Aktuell habe ich grade 2 Geburtstagstage hinter mir und stehe nun schon recht genervt vor 4 Tagen am Stück, an denen meine beiden Liebsten feiern. Morgen hat die Kleine Geburtstag, dh. morgen fallen sämtliche Großeltern ein. Übermorgen feiert sie groß mit ihren Freunden, Samstag ist das Haus voll mit Freunden vom Herrn Anders die mit uns reinfeiern wollen und Sonntag kommt dann nochmal der Rest Freunde mit Kindern und die Eltern zum Kaffee und Abendbrot. Eigentlich freue ich mich sogar schon drauf, umsorge ich eigentlich sehr gerne meine Liebsten mit tollen Dingen die sie erfreuen.

Damit sowas bei all dem Stress gut läuft, bedarf es einer guten Planung und dennoch läuft jedes Jahr fast das selbe schief und das liegt selten an mir. Ständig kommen mir Menschen in die Quere und ich muss es dann immer ausbügeln. Meine eigene Planung ist immer sehr  konkret, ausgefeilt und gut. Das geht los mit lange vorab verschickten Amazonwunschlisten mit exakten Ansagen für alle Beteiligten, wer sich von was der 1000 Wünsche was aussuchen kann. Die weitere Planung geht über konkrete Essens-, Trinken- und Kuchenplanungen wer wann was mitbringen darf, was besorgt werden muß, wer wo schläft, wann erscheint, was an Extras braucht und geht über die inhaltliche Gestaltung zB. des Kindergeburtstages. Wenn ich sonst nix kann, aber gutes planen und Listen machen ist ja schließlich meine Supergeheimkraft. Das kann ich und wenn sich alle daran halten wird es auch immer richtig gut.

Nun kommt es aber wie jedes Jahr, daß sich niemand an diese Planungen hält und einige spezielle Menschen meine Pläne anscheinend immer wieder ungewollt sabotieren und mal spontan ihr Ding unabgesprochen durchziehen.

Aktuelles Beispiel. Ich stehe in der Küche und backe die ganz spezielle hochaufwändige Spezialwunschkäsekuchentorte mit farblich exakt vorgegebenen Zahlen und Mustern der Tochter an mich und telefoniere nebenbei mit der einen Oma um zu fragen wie groß denn ihr Gärtnerkuchen wäre den sie ja extra machen wollte. Da erzählt sie mir, daß sie nun einfach doch den Spezialwunschkuchen grade fertig gemacht hätte, an dem ich mich grade aktuell abarbeite. Schließlich hätte das Kind sich den ja mal gewünscht. Ja, sie hat sich den vor allen mal nebst 1000 anderen Kuchen von mir gewünscht und ich habe mehrfach an diesem Tag betont daß ICH den einen mache und alle anderen lieber die zig anderen Spezialwunschkuchen, weil ich einige davon gar nicht backen kann. Davon weiß natürlich heute wieder keiner was und ich stehe nun sinnlos an etwas arbeitend was wir nun nicht mehr brauchen als die Doofe da, die das ja nicht gesagt hätte. Hab ich aber und das sogar mehrfach, weil ich ja eben meine Pappenheimer kenne die immer nur halb zuhören. All die Extraarbeit die sich nun alle gemacht hätten…zur Not würden sie ja noch einen mit viel Extraaufwand dazu backen. Wie großzügig! Wie es mir dabei geht, interessiert ja keinen und daß ich das dann folgende hintergründige Gegrummel viel zu stark wahrnehme und absolut nicht ertragen kann. Ich könnte jetzt schon heulen und alles hinwerfen. Ich bin nicht gut im Umgang mit Störungen meines Ablaufplanes und hatte ich noch vorhin voll Lust und Spaß am vorbereiten, würd ich jetzt am liebsten schon abhauen bevor es überhaupt los geht. Vielleicht mag das für andere alles Kleinkram sein, aber ich habe zur Zeit generell sehr sehr wenig Kraft und Energiereserven ob der vielen Arbeit (ich arbeite grade für meinen Mutterschutz mit 0€ Geld vor), der doch recht anstrengenden und energiesaugenden Schwangerei, meiner körperlich heftigen Dauerschmerzen in jedem Gelenk meines Körpers, permanenter Schlaflosigkeit und meiner eh schon energiefressenden autistischen Art. Ich sammle seit Tagen jedes noch so kleine Löffelchen an Kraft auf, um es irgendwie trotzdem schön hinzubekommen und zack, ist mit einem Mal alles weg wegen so blöder Sachen. Zusätzlich ahne ich ja auch noch weitere Dramen, weil die einfach jedes Jahr immer wieder passieren. Da stehen nämlich jedes Jahr alle Großeltern mit exakt den selben Geschenken da und grummeln dann wie doof rum weil das dann ja so blöd ist. Und das immer nur weil sich ein Großelternpaar nicht an Absprachen hält und auch nichtmal nach Nachfrage sagt was sie denn nun gekauft haben. Kurioserweise sind das ausnahmsweise mal nicht meine eigenen Eltern, die alles über den Haufen werfen, sondern die des Gatten. Dabei wäre das ja eigentlich eher typisch für meine Eltern, aber diesmal sind die zumindest keine Planungscrasher und verhalten sich vorbildlich. Meine sitzen dann halt hinterher immer nur da und grummeln ebenso mit und machen mir Vorwürfe weil ich so schlecht organisiert wäre, weil ihre ach so tollen Kuchen und Geschenke doppelt kommen oder getopt wurden oder weil das Kind nuschelt oder das Haus nicht perfekt geputzt ist oder so.

Oh was freu ich mich schon

NICHT!

Ich versuch jetzt erstmal die Systemstarre mit schreiben zu händeln, geh gleich nochmal ne Runde heulen und verzweifelt Löffel suchen, während ich nebenbei noch mit guter Maske recht schwer und lange arbeiten muß um vielleicht heute Abend noch was vorbereiten zu können. Jetzt geht erstmal nix mehr.

Schon schlimm, so hilflos mit anzuschauen wie schnell ich durch allerkleinste Irritationen und Planänderungen unter Stress so völlig bis zum totalen Systemcrash mit Verlust all meiner Fähigkeiten durchknallen kann. Noch schlimmer, wenn ich es nichtmal selber verursache sondern andere die keinen blassen Schimmer haben was sie mir damit antun. Ich will das nicht haben! Das kann bis zum richtigen Shutdown gehen den man bei mir absolut wörtlich nehmen kann. Jedes noch so bedeutungslose System stellt dann seine Arbeit für unbestimmte Zeit komplett ein. Ich kann dann manchmal weder gehen, mich bewegen, noch denken, noch schreiben, noch sprechen. Nur mir selber von oben dabei hilflos zugucken geht dann und dann heißt es auf einen Reboot hoffen und daß hinterher noch alles funktioniert. Das würde ich heute gerne vermeiden wenn es irgendwie geht.

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2 Kommentare zu „Es könnte so nett sein, wären da nicht andere

  1. Ich bin erst mal geplättet, wie ihr das überhaupt hinkriegt. In unserer Familie ginge das gar nicht, so viel Besuch, das wär sogar meinem sehr kontaktaffinen NT-Mann zuviel. Davon abgesehen, daß beim besten Willen gar keine Freunde da sind.
    Anders gesagt: hoffentlich kannst du dir das mal klar machen, daß du eh schon eine Menge leistest, und kannst ja nix für die Dödeleien der lieben Familie…

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  2. Ach herrje!
    Ich konnte erstmal nur bis „…Da erzählt sie mir, daß sie nun einfach doch den Spezialwunschkuchen grade fertig gemacht hätte, an dem ich mich grade aktuell abarbeite….“ lesen. Wie gut ich das doch kenne. :-/ Mir geht es genauso. Ich plane richtig gerne, und ja, das kann ich auch richtig gut, aber…
    Einen Rat kann ich Dir deshalb auch nicht geben, nur wünschen, dass sich die Dramen in Grenzen halten und Du dennoch etwas Schönes und Positives mitnehmen kannst.
    Pass gut auf Dich auf und den Geburtstagskindern alles Gute!

    Gefällt 1 Person

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